Practical part of the dissertation by Felix Kosok, Doctoral Supervisor Prof. Klaus Hesse
Felix Kosok

Felix Kosok, geb. 1988, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main sowie am Leibniz-Institut Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und außerdem Grafikdesigner. Er promovierte an der HfG Offenbach bei Prof. Dr. Juliane Rebentisch und Prof. Klaus Hesse. Die Schwerpunkte seiner Forschung liegen im Bereich der Designästhetik sowie dem politisches Grafikdesign. 


Neben der Forschung ist er mit dem 2015 in Frankfurt gegründeten studio069 selbst praktisch gestalterisch tätig und hat bereits für Kunden wie die SCHIRN Kunsthalle, das Institut für Sozialforschung und die Jüdische Gemeinde Frankfurt umfassende Projekte entwickelt. Für seine Arbeiten hat Felix Kosok bereits viele Auszeichungen erhalten.

Form, Funktion und Freiheit.
Über die ästhetisch-politische Dimension des Designs

Das Verhältnis von Design und Demokratie ist nicht nur eine Sache der effizienten, transparenten oder partizipativen Gestaltung politischer Institutionen und ihrer Prozesse. Design muss vielmehr in seiner Wechselwirkung mit der für die Demokratie konstitutiven Kultur der Freiheit bestimmt werden. Somit verlagert sich eine Verhandlung der politischen Dimension des Designs, die diese Arbeit verfolgt, auf eine grundsätzliche Ebene. Dem Design kommt qua Design eine politische Bedeutung zu, die von seiner ästhetischen Dimension nicht zu trennen ist. Design interpretiert einen Zweckzusammenhang, eine Funktion, die es gestaltend in Form konkretisiert – doch geschieht dies auf eine Weise, die das Besondere der jeweiligen Interpretation präsent hält. In einer Freiheit zu den Zwecken verweist ein Design in seiner konkreten Ausgestaltung daher immer implizit auch auf eine prinzipielle Gestaltbarkeit der Dinge. Versteht man Design hierbei als Neuinterpretation, die sich immer erst in einer Vermittlung von Form und Funktion finden lässt, erstreckt sich diese potenzielle Gestaltbarkeit des Designs noch auf eben jene sozialen Zwecke, die uns in ihrer konventionellen Ausformung wie eine zweite Natur und als unabänderlich erscheinen. Auf dieser Stufe kehrt dann die Frage nach einem guten Design, das diese Gestaltbarkeit präsent hält, anti-essentialistisch gewendet zurück.


Im Zentrum der Arbeit steht somit diese ästhetisch-politische Verständnis des Designs selbst, das im Durchgang durch die Diskussion eines modernen, »demokratischen Funktionalismus« einerseits, in der Auseinandersetzung mit der Postmoderne und ihrer Ambivalenz zwischen legitimer Modernekritik und ästhetisch-politischer Beliebigkeit der Form andererseits profiliert. In Ergänzung zu Daniel Martin Feiges Bestimmung des Designs als irreduzible Verkörperung von Funktionen wird dafür argumentiert, dass in der Besonderheit ihrer Konkretion, in einem Überschuss der Form, ein ästhetisches Spannungsverhältnis zum interpretierbaren Allgemeinen erhalten bleibt und potenziell auffällig wird.

In diesem ästhetischen Spannungsverhältnis der jeweiligen, besonderen Konkretion zum Allgemeinen der Zweck verweist auf diese prinzipielle Gestaltbarkeit aller designten Dinge. Design ist somit nicht nur neutraler Hintergrund unseres Alltags, sondern die Bühne, auf der Frage der Verfasstheit unserer Lebenswelt verhandelt werden. Dieses ästhetisch-politische Verständnis des Designs wird jedoch in der Verfallsform einer demokratischen Regierung und Gesellschaft, in der Post-Demokratie nach Jacques Rancière und Colin Crouch, auf zwei Arten auf die Probe gestellt. Während sich in den Rhetoriken eines unsichtbares Design der Sozialtechnologie Vorstellungen der All-Gestaltbarkeit problematische fortsetzen, verlieren sich die sichtbaren Potenziale des Designs in der postdemokratischen »Herrschaft der All-Sichtbarkeit« in einer leeren Differenzproduktion, die zuletzt selbst noch vormals bedeutsame politische Differenzen durch das Design entleert. Seit den 1980er Jahren lassen sich beide Verfallstendenzen in einer Kommerzialisierung des Designs beobachten. Zuletzt waren es die Sozialen Medien eines digitalen Kapitalismus die sowohl die sozialtechnologischen Aspekte in einem Wiederaufleben des Social Engineerings als auch die leere Differenzproduktion der (Selbst-)Vermarktung perpetuierten. Entgegen dieser demokratie-aushöhlenden Verfallstendenzen erhält der normative Begriff eines ästhetisch-politischen Designs Kontur durch seinen politiktheoretischen Einsatz. Als Reaktion auf Verlust der Bestreitbarkeit von Entscheidungsfindungen einerseits, den Verlust der Bedeutung von Differenzen andererseits etabliert Design eine eigene Art der Kritik als Teil eines Streits um die Ausgestaltung unserer Lebenswelt und bleibt hierin notwendigerweise auf eine öffentliche, streitende Kultur der Designkritik bezogen. In seinen Bestrebungen, Gutes zu verwirklichen, geht es gleichzeitig darum, die eigene Bestreitbarkeit als Design bewusst zu halten. Diesen Streit um das gute Design aufrecht zu erhalten ist Aufgabe einer kritischen Theorie des Designs, zu der dieser Band einen Beitrag leistet.

Practical part of the dissertation by Felix Kosok, Doctoral Supervisor Prof. Klaus Hesse
»Form, Funktion und Freiheit – Über die ästhetisch-politische Dimension des Designs«. Praktischer Teil der Doktorarbeit von Felix Kosok ©2020
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Teil 1: Weekly Polital Poster, Gedruckt im Zeitungsformat
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Teil 2: The kids want communism, Marx 200 – Young political poster art, ISBN 978-3-945365-20-5
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Teil 3: Protest 68–18, Young political poster art II, ISBN 978-3-945365-30-4
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