Rudo Spemann Preis Thomas Reuter Prof. Klaus Hesse
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»Filzstift« von Thomas Reuter

Der mit 2.500,- Euro dotierte Rudo-Spemann-Preis 2011 geht Thomas Reuter. Der Preis wird alle zwei Jahre zu Ehren des Offenbacher Schriftkünstlers (1905 bis 1947) übergeben. Der Wettbewerb richtet sich an Studierende von Kunsthochschulen, die sich mit Schriftkunst, Kalligraphie und Typografie auseinandersetzen wollen. Dieses Jahr waren zwei Arbeiten zu Goethes Faust gefordert. Insgesamt wurden 36 Arbeiten aus acht verschiedenen Hochschulen eingereicht. © 2011 

 

Der kalligraphischer Entwurf ist das Ergebnis eines Experiments, das aus einer Improvisation zwischen bewusstem und unbewusstem Schreiben entstanden ist. Geschrieben hat Thomas Reuter mit links unter Verwendung von Filzstiften als Schreibgerät und verschiedenen Papiersorten als Material. Unterschiedliche Gestimmtheiten (Anspannung, Gelöstheit, Widerstand) und differenzierte Geschwindigkeiten (schnell, langsam, abrupt) haben den Schreibprozess beeinflusst. Dabei wurden grafische und sprachliche Elemente untrennbar miteinander verbunden. Schriftzeichen lösen sich in Liniengebilde auf. Das Blatt wird zu einem Spielfeld zwischen Schrift und Figur und der Linie selbst, die sich in Stärke und Dynamik ständig ändert. Ob der Text lesbar wird oder ob die expressive Linie bildlich zu entschlüsseln ist, spielt dabei keine Rolle. Die kalligraphischen Aufzeichnungen sind Spuren von bewussten und unbewussten Denk- und Bewegungsabläufen, die eine grafische Atmosphäre erzeugen.